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Physikalische und rehabilitative Medizin – was verbirgt sich dahinter?

Rehabilitation = Wiedereinsetzung in den früheren Stand, Wiederherstellung, Wiedereingliederung. Ziel der rehabilitativen Medizin (RM) ist die Erfassung und Therapie krankheitsbedingter körperlicher und seelischer Funktions- und Fähigkeitsstörungen.

Was versteht man darunter?

Erkrankungen führen nicht nur zu Veränderungen am Bewegungsapparat, inneren Organen oder der Psyche, sondern, zu Störungen in deren Funktion bzw. von Fähigkeiten. In der Rehabilitativen Medizin sieht man nicht so sehr auf die krankhaften Veränderungen, die einen Körper betreffen können (z.B. Abnutzungserscheinungen an den Gelenken oder der Wirbelsäule, Unfallschäden, Krebserkrankungen usw.), sondern auf die durch diese Veränderungen oder auch durch Funktionsstörungen innerer Organe hervorgerufenen körperlichen und seelischen Einschränkungen und deren Auswirkungen im Alltag, d. h. im beruflichen und privaten Leben des Patienten.

Der Patient wird also in Zusammenhang mit seiner Umwelt, sozusagen „ganzheitlich“ gesehen. Hierzu gehört auch, dass die eigenen Möglichkeiten zur Krankheitsbewältigung berücksichtigt werden sowie eventuell gesundheitsschädigendes Verhalten erfasst wird. Jeder kann  selbst zu seiner Gesundheit beitragen, die Motivation des Patienten und seine Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung sind daher unerlässlich. Die Rehabilitative Medizin gibt es für alle Bereiche der Medizin (Orthopädie, Rheumatologie, Innere Medizin etc.), ein Schwerpunkt liegt jedoch auf den Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.

In der Anamnese werden Einschränkungen und Behinderungen im beruflichen und privaten Leben erfragt, kann der Patient bestimmte Dinge, bedingt durch körperliche Behinderungen, verminderte Belastbarkeit oder Schmerzen, nicht mehr tun?. Ebenso versucht man, sonstige belastende Faktoren, Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität, Hobbys, gesundheitsschädliches Verhalten, Stressfaktoren und psychische Probleme zu hinterfragen und ggf. auch eigene Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung aufzuzeigen. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Im orthopädischen Bereich werden Wirbelsäule, Gelenke und deren Funktionsfähigkeit untersucht, um Störungen des muskulären Gleichgewichtes und deren Ursachen zu erkennen.

Anhand der Untersuchungsergebnisse wird ein Therapiekonzept erarbeitet. Es wird eine Vielfalt an therapeutischen Verfahren eingesetzt, wie z.B.:

  • die Methoden der physikalischen Therapie (Bewegungstherapie, Krankengymnastik, Kälte, Wärme, Wasseranwendungen, Elektrotherapie)
  • Schmerztherapie (z. B. Akupunktur, TENS-Anwendung, Strategien zur Schmerzbewältigung)
  • Entspannungsverfahren (z.B. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training, Atementspannung nach Feldenkrais)
  • Tabakentwöhnung
  • Ernährungsberatung
  • Strategien zur Krankheitsbewältigung und Stressreduktion
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Visualisierungstechniken
  • Hypnose, Hypnotherapie
  • Naturheilverfahren
  • Mentaltherapie bei chronischen Rückenschmerzen und Krebserkrankung
  • Aku-Kinesiotaping

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